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Vegane Nazis?
Rassismus getarnt durch Tierrecht – Nazis auf einer Berliner Demonstration
(Foto mit freundlicher Genehmigung von Berlin rechtsaußen)

Vegane Nazis?

Nazis und Tierschutz/-recht sind zwei Themen, die für viele Menschen nicht zusammen passen. Dennoch gibt es vegan lebende Nazis, die auch den Kampf gegen Tierausbeutung zum Teil ihrer verqueren, politischen Ideologie machen.

Vegane Nazis – zwei Ideologien prallen aufeinander

Immer wieder hört man heutzutage von selbsternannten autonomen Nationalisten, die in etwa so autonom sind wie eine Gewerkschaft in Nordkorea. Jeder Mensch, der sich mit dem Thema Rechtsradikalismus beschäftigt oder eben auch nicht wird diesen Begriff schon einmal gehört oder gelesen haben. Doch was macht diese Menschen eigentlich aus?

Primär kann man ihnen wohl eigentlich nur ideologischen Diebstahl und Plagiate vorwerfen. Sie bedienen sich dem typischen Auftreten linker, autonomer Gruppen und rauben ihnen die Themen. Dabei geht es neben Globalisierungs- und Kapitalismuskritik auch um Musik. So gibt es beispielsweise eine nationalistische Hardcore-Szene mit typischen Erkennungsmerkmalen wie Piercings, Tattoos und Straight Edge Lebensweise.

Aber darum möchten wir uns auf dieser Seite nicht kümmern, dafür gibt es genügend andere Plattformen. Wir beschäftigen uns mit einem anderen Thema, welches die Neonazis ebenfalls klauen: Antispeziesismus.

Nationaler Veganismus?

Logo der "veganen" und "autononem" Nationalisten

Links geklaut – Logo veganer Neonazis

Es gibt einige, wie die Rechten es gerne nennen, Aktionsgruppen, die sich für Tierrechte und Veganismus einsetzen. Diese AGs treten auch immer wieder mehr oder weniger verdeckt auf entsprechenden Veranstaltungen in Erscheinung und versuchen sich dort, frei nach dem Motto Getrennt in den Farben – Vereint in der Sache, an einer neuen Querfront. Auf den allermeisten Veranstaltungen sind Neonazis zum Glück nach wie vor nicht erwünscht und werden oft mehr oder weniger freundlich gebeten, sich zu entfernen. An dieser Stelle ein Lob an die AktivistInnen der Tierrechtsbewegung, die sich nicht von diesen Menschen unterwandern lassen.

Aber warum passt es nicht? Für viele Menschen geht es um die Rechte der Tiere. Es geht um ein freies und selbstbestimmtes Leben und keine Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer anderen Spezies. Es geht um Autonomie, Selbstbestimmung und im Grunde um einen dem Anarchismus sehr nahen Grundgedanken. Eigentlich, je weiter ich während des Schreibens darüber nachdenke, erscheint mir dieser Artikel sinnlos und überflüssig. Aber dennoch gibt es einige, die diesen Widerspruch nicht begreifen, hauptsächlich diejenigen, welche ihn erschaffen haben. Aber es gibt durchaus in der Tierrechtsbewegung vereinzelte Stimmen, die einer Zusammenarbeit nicht abgeneigt wären und der Querfront ihren Zuspruch geben.

Das nationalistische Weltbild, welches sich in Deutschland trotz vehementer Distanzierung noch immer stark an der Ideologie des 3. Reiches orientiert, untergliedert Menschen in Rassen. Es unterteilt in lebenswertes und lebensunwertes Leben. Häufig wird nach wie vor die Shoa verleugnet oder sogar glorifiziert. Und spätestens hier wird der Widerspruch relativ schnell deutlich. Der Grundgedanke dieser Ideologie basiert auf Ausgrenzung aufgrund von Nichtigkeiten wie Hautfarbe, Religion oder Sexualität. All diese Mechanismen wie beispielsweise Rassismus, Antiziganismus, Homophobie und Antisemitismus sind dem Speziesismus in ihrer Grundform nicht unähnlich. Neonazis unterteilen Menschen in verschiedene Rassen, teilweise geht es sogar soweit, dass Menschen in verschiedene Arten unterteilt werden. Und andere Rassen bzw. Arten lehnen Neonazis ab, sie verachten sie und wenden mitunter auch tödliche Gewalt gegen sie an. Es geht in dieser Ideologie teils auch offen um die Ausrottung anderer Menschen.

Diese Ideologie baut auf Verfolgung, Gewalt und Mord. Im Grunde genau das, worauf auch das gesellschaftliche Verhalten den Tieren gegenüber aufgebaut ist. Wie lässt es sich vereinbaren, dass jemand, dem Menschen in dieser Weise egal sind und für den andere Lebewesen in dieser Weise unwert und verachtenswert sind, dies für andere Lebewesen einfordert? Ideologisch beinhaltet diese Querfront keinerlei Logik.

Die Gefahr von Rechts

Der Veganismus autonomer Nationalisten birgt andere Gefahren. Er mag bei dem ein oder anderen aus tatsächlicher Überzeugung heraus kommen, doch politisch ist er deswegen noch lange nicht mit einer menschenverachtenden Ideologie. Er verfolgt einen perfideren Plan, nämlich eben jene Querfront doch zu schaffen und sich somit in eine weitere Szene, die eigentlich einen linken Hintergrund hat, hineinzuschleichen, vielleicht hier Kontakte zu knüpfen und auf diesem Wege neue Anhänger zu rekrutieren. Denn wer sich erst einmal in den Dunstkreis dieser Menschen begibt, dem wird auch der Rest dieser irrsinnigen und kranken Ideologie versucht, in den Kopf zu hämmern.

Der Gedanke einer Befreiung von Tieren muss immer auch mit dem Gedanken einer Befreiung der Menschen einhergehen. Ebenso wäre es umgekehrt wünschenswert. Eine Zusammenarbeit mit Menschen, die einer menschenverachtenden Ideologie folgen, kann es von daher nicht geben.

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