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Thema Rauchen: Zigaretten und Tabak für VeganerInnen
Wenn schon rauchen, dann auch ohne Tier (Tim Reckmann / pixelio.de)

Thema Rauchen: Zigaretten und Tabak für VeganerInnen

Rauchen – Ein Laster, welches auch viele VeganerInnen haben. Doch wie unbeschwert kann man als vegan lebender Mensch diesem „Hobby“ überhaupt noch nachgehen? Die Frage nach veganen Zigaretten und veganem Tabak stehen im Raum. Und natürlich ist nicht nur die eigene sondern auch die Gesundheit der Tiere wichtig.

Viele vegan lebende Menschen wollen auch nach der Umstellung auf die vegane Lebensweise nicht auf das Rauchen verzichten oder fangen auch als VeganerInnen noch mit dem Rauchen an. Ein Urteil darüber, wie falsch oder richtig der Konsum von Tabak für den Menschen ist, soll an dieser Stelle aber nicht gefällt werden. Jeder Mensch ist für seine Gesundheit natürlich zunächst selbst verantwortlich und auch nicht allen VeganerInnen geht es primär um selbige. Doch die Verantwortung für die Gesundheit der Tiere sollte allen VeganerInnen am Herzen liegen. Das Thema Rauchen ist hierbei ebenso von Belang wie viele andere Bereiche des Lebens auch. Viele Menschen denken sich bei ein bisschen Papier und Tabak zunächst nichts schlimmes. Doch dahinter verbirgt sich ungeahnt viel Tod und Qual für nichtmenschliche Tiere.

Schweineblut, Tierversuche und Menschenrechte

Foto eines Versuchstieres

Ein Beagle als Versuchstier hinter Gittern

Zunächst einmal sind hier die Inhaltsstoffe von großer Wichtigkeit. So existiert seit Jahren hartnäckig das Gerücht, dass die meisten, handelsüblichen Zigarettenfilter zum Filtern den Schadstoffe Hämoglobin, welches aus Schweineblut gewonnen wird, enthalten. Bisher hat jedoch kein Tabakkonzern dies zugegeben und diese Vermutungen können auch nicht zu 100% nachgewiesen werden. Auch das Internet hält hierzu unterschiedliche Informationen bereit. Doch da die Tabakindustrie auch sonst, siehe nächster Punkt, über Leichen geht und an Transparenz in der Regel eher weniger Interesse hat, ist es durchaus wahrscheinlich, dass in diesen Behauptungen ein Funken Wahrheit steckt. Sollte diese Annahme in der Tat wahr sein, so wäre der Griff zu Zigaretten mit derartigen Filtern nicht einmal vegetarisch. Doch selbst wenn diese Information nicht auf Tatsachen beruht, so erzeugt der Großteil der Tabakkonzerne doch anderweitig ein Leid, welches nicht einmal geleugnet wird.

Denn auch für Zigaretten finden jährliche tausende von Tierversuchen statt. Hierbei werden in der Regel Tiere gezwungen über einen langen Zeitraum täglich über ebenfalls sehr lange Zeit Zigarettenqualm einzuatmen. Da die Tiere das natürlich nicht freiwillig machen, werden sie hierfür zuvor fixiert und ihnen werden Masken aufgesetzt, über die dann der Rauch geleitet wird. Getestet wird im Grunde alle, was eine Zigarette beinhalten kann. Von Zusatzstoffen über Zigaretten-Papiere über neue Tabak-Sorten. Diese Versuche liefern laut Gesundheitsbehörden zudem keine brauchbaren Informationen da seit geraumer Zeit bekannt ist, dass Rauchen beim Menschen gesundheitliche Schäden hervorrufen kann. Besonders der Konzern Philip Morris macht keinen Hehl aus derartigen Praxen und tut sich durch derartige Experimente immer wieder hervor. Doch nicht nur der Philip Morris Konzern führt derartige Versuche durch sondern die meisten Tabakkonzerne sind an diesen Verbrechen beteiligt.

Doch nicht nur Tiere sind Leidtragende der Geschäfts mit dem Qualm. So sind auch Menschenrechte kein besonders beliebtes Thema bei weiten Teilen der Tabakindustrie, immer wieder gibt es Skandale um Kinderarbeit und sonstige Menschenrechtsverletzungen auf Tabakplantagen. Ähnlich wie auch bei der Produktion von Schokolade bzw. der Ernte von Kakaobohnen wird hier immer häufiger von Sklaverei gesprochen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die gewöhnliche Tabakindustrie es mit der Einhaltung von Menschen- und Tierrechten nicht sonderlich eng sieht.

Vegan rauchen: Die alternative Zigarette

Blättchen, Filter und Tabak

Die beste Alternative: Selber drehen

Es gibt zum Glück allerdings auch einige, lobenswerte Ausnahmen. So verzichten beispielsweise Manitou und »Pueblo« (von Pöschl Tabak) auf Tierversuche und tierische Inhaltsstoffe. Sie können somit wohl als vegan bezeichnet werden. Selbiges gilt auch für die Imperial Tobacco Group. Auch diese führt keine Tierversuche mehr durch. Häufig gibt es übrigens den Trugschluss, dass dies auch bei American Spirit der Fall sei. American Spirit kommt zwar ohne Zusatzstoffe daher, gehört aber dem Mutterkonzern Santa Fe an, welcher wiederum zu R.J. Reynolds gehört, die keinen Hehl daraus machen, für ihre Produkte Tierversuche durchzuführen oder in Auftrag zu geben.

Die beste Alternative für Raucher ist also im Grunde, mit den oben genannten Tabaksorten selber zu drehen. Das ist nicht nur preiswerter sondern für uns die momentan einzige bekannte Methode, vegan zu rauchen.

Hierzu gehören natürlich auch noch Filter und Blättchen. Anzuraten sind hier OCB Blättchen, die komplett aus Hanf-Cellulose hergestellt sind und zum Verschließen einen Kleber aus Akazien nutzen, ebenfalls pflanzlich. Die Filter-Produktempfehlung geht ebenfalls an OCB, die mit ihren Öko-Filtern auch hier alles richtig machen.

Hinweis:
An dieser Stelle sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass wir niemanden ermutigen wollen, mit dem Rauchen anzufangen. Rauchen ist nicht nur für euch sondern auch für eure Umwelt schädlich und kann euch umbringen. Zur Not sollte man also lieber ganz aufhören. Da dies aber nicht jede/r kann oder will, soll dieser Artikel lediglich dazu dienen, dass zumindest keinen Tieren dadurch Leid zugefügt wird.

13 Kommentare

  1. Kann jemand mir sagen wo kann ich vegane zigarettenfilter kaufen? Danke!

    • Moin Tim,

      also meine Freundin benutzt die umweltfreundlichen von OCB. Da müsstest Du mal Deine Händler abklappern, ob es die dort gibt. Da es etwas kompliziert ist, die ohne nähere Infos auf der OCB Webseite zu finden hier das Bild:

      OCB umwelfreundliche Filter

  2. Ich habe mich noch mal intensiver mit der Imperial Tobacco Group befasst und bezweifel, dass diese Angabe in Zusammenhang mit veganem Rauchen richtig ist:

    -> http://animalsliberty.de/produkt.php?dbFilter=&dbCategory=0&productID=901

    Animals Liberty: ,,Unser Ziel ist Transparenz! Und so gibt die Datenbank Auskunft darüber, welche Hersteller und deren Produkte – direkt oder aufgrund einer Verbindung zu einem anderen Unternehmen – unsere Tierschutz-Kriterien nicht erfüllen und welche Alternativen es dazu gibt.“
    Zur Datenbank:

    ->http://www.wermachtwas.info/?dbCategory=28&dbFilter=#28

    • Hallo Janine,

      ich habe durch Zufall ein sehr interessantes Gespräch mit einem Mitarbeiter des Unternehmens geführt, der selbst überzeugter Veganer ist. Er selbst hat sich über die Informationen von Animals Liberty sehr geärgert und erklärte es mir wie folgt:

      AL hat sich aus einer sehr ausührlichen Stellungnahme der Imperial Tobbaco nur den für sie relevanten Teil genommen und ohne Kontext publiziert. Fakt ist, dass IT sich in den offiziellen Richtlinien gegen Tierversuche ausspricht. Das Unternehmen schreibt zudem, dass manche Märkte (bspw. Asiatische), Tierversuche vorschreiben. Auf diesen Märkten ist IT nicht präsent. Auch bei anderen Punkten greift IT auf bereits anderweitig durchgeführte Ergebnisse zurück.

      Selbst Peta (von denen ich allerdings kein Fan bin) führt die Marke bereits seit Juli 2013 als tierversuchsfrei:
      http://www.peta.de/tierversuche-fuer-die-tabakindustrie

  3. Habe vor kurzem auf der PETA2 Seite erst gelesen (viell. war es auch PETA), dass auch JPS vegan bzw TV frei sind..

  4. Pueblo gibt es auch als ganz normale Filterzigaretten in (eigentlich) jedem gut sortiertem Laden. Rauche sie schon seit Januar 2013.

    Vielleicht kann man den Artikel dahingehend bearbeiten. Denn so mager, wie es sich im Artikel liest, ist das vegane Zigarettenangebot dann doch nicht. 🙂

  5. Ich rauche seit bald 9 Jahren und möchte demnächst aufhören. Pepe und Pueblo zählen zu meinen Lieblingssmarken und ich nutze Blättchen und Filter von Gizeh, Canada und OCB. Pepe ist vegan und tierversuchsfrei, das steht auch auf der Packung. Es gibt auch Ökofilter von Gizeh, die sind sogar etwas länger und man spart Tabak.
    Meine Ernährung ist oft vegetarisch und auch vegan. Ich esse Fleisch – aber nicht mehr so oft wie früher.
    Ich trage auch mal Leder, aber verachte Pelz. Vegane Kosmetik und Körperpflege ist toll, jedoch sind Shampoo, Spülung und Kur nicht vegan – meine Haare vertragen das vegane Zeug einfach nicht. Schnell fettig und strähnig und extrem schwierig zu bändigen, anstrengender als sonst.
    Wenn ich schon Fleisch und Milchprodukte und Ei zu mir nehme – dann sind Karmin, Gelatine, Perlenextrakt und Naturborsten fehl am Platz. Es gibt gute Ersatzstoffe bzw. gute Alternativen.

    Kommt mir bloß nicht mit Doppelmoral an -immerhin stehe ich zu dem was ich tue.

    Viele Veganer sind scheinheilig. Wer vegan aus tierschutzrechtlichen Gründen ist (oder weil es gesund ist, ein toller Trend, zum abnehmen whatever), hat auch auf seine Umwelt Rücksicht zu nehmen denn die Tiere gehören zu der Umwelt.

    Peace and love.

  6. „Es gibt zum Glück allerdings auch einige, lobenswerte Ausnahmen. So verzichten beispielsweise Manitou und »Pueblo« (von Pöschl Tabak) auf Tierversuche und tierische Inhaltsstoffe.“ – WER SAGT DAS? QUELLE?

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